Barcelona will die Tagessteuer für Kreuzfahrtschiffe verdoppeln und sendet damit eine Botschaft an die Branche
Barcelona bereitet eine schneller als erwartete Erhöhung seiner Kurtaxe für Tageskreuzfahrtpassagiere vor. Dieser Schritt soll kurze Hafenbesuche verhindern und neuen Kostendruck für Linien erzeugen, die die Stadt als Zwischenhalt und nicht als Heimathafen nutzen.
Was Barcelona ändern will
Barcelonas Bürgermeister sagt, die Stadt wolle die Kurtaxe für Kreuzfahrtpassagiere, die nur für einen Tag kommen, verdoppeln. Die Erhöhung würde die Gebühr von vier Euro auf acht Euro erhöhen und könnte laut lokalen Berichten von Cruise Hive deutlich früher durchgesetzt werden als bisher geplant.
Die politische Botschaft ist ungewöhnlich direkt. Die vorgeschlagene Erhöhung wird nicht als routinemäßige Umsatzanpassung dargestellt, sondern als Instrument, um Kreuzfahrtgäste, die nur für einen kurzen Aufenthalt anreisen, von der Zahl der Tagesbesuche abzuhalten.
Wer wäre betroffen?
Die Maßnahme richtet sich an Passagiere, deren Schiff Barcelona als Hafenhalt anläuft. Gäste, die dort im Zuge eines Turnarounds ein- oder aussteigen, stehen nicht im Fokus der geplanten Erhöhung, wodurch eine deutliche Differenz zwischen Heimathafenverkehr und Transitverkehr entsteht.
Diese Unterscheidung ist wichtig, da Barcelona nach wie vor einer der wichtigsten Kreuzfahrtknotenpunkte im Mittelmeerraum ist. Es können sehr große Schiffe aufgenommen werden, aber die Stadtverwaltung hat sich auch stärker dafür ausgesprochen, den Druck, den diese Schiffe auf die städtische Infrastruktur ausüben, zu begrenzen.
Warum Kreuzfahrtschiffe es bemerken werden
Für einen Einzelreisenden sind vier Euro mehr vielleicht nicht dramatisch. Bei einem großen Schiff mit mehreren tausend Gästen steigt die Gesamtrechnung jedoch schnell an. Cruise Hive wies darauf hin, dass sich auf einem Schiff wie der MSC World Europa die zusätzlichen Kosten für einen einzigen Tagesaufenthalt auf Zehntausende Euro belaufen könnten, die über das derzeitige Niveau hinausgehen.
Kreuzfahrtschiffe müssten dann entscheiden, ob sie diese Kosten übernehmen, auf die Tarife verteilen oder sie als sichtbare Gebühr an die Passagiere weitergeben. Keine dieser Optionen ist in einem Markt, in dem die Preisgestaltung bereits sensibler ist, besonders attraktiv.
Teil eines umfassenderen Trends zur Hafenkontrolle
Barcelona agiert nicht isoliert. Auf der ganzen Kreuzfahrtwelt experimentieren beliebte Häfen mit Obergrenzen, Terminalermäßigungen, Passagiersteuern und anderen Instrumenten, um Bedenken hinsichtlich des Overtourism entgegenzuwirken. Einige Reiseziele wollen weniger Schiffe, andere wollen kleinere Schiffe und wieder andere wollen vor allem ein besseres Gleichgewicht zwischen den Ausgaben der Besucher und den Störungen vor Ort.
Die Stadt hat ihre Terminalstrategie bereits umgestaltet, sodass der Steuervorschlag in ein umfassenderes Muster passt und nicht aus dem Nichts kommt. Für die Branche bedeutet das, dass dies als Teil eines längeren Regulierungstrends und nicht als einmalige Schlagzeile gesehen werden sollte.
Was es für Reisende bedeutet
Reisende sollten nicht davon ausgehen, dass die Anläufe der Mittelmeerhäfen unverändert bleiben, nur weil die Reiseroute bereits veröffentlicht wurde. Steuern, Zugang zu Liegeplätzen und lokaler politischer Druck können alle die zukünftige Planung beeinflussen, insbesondere an Reisezielen, an denen die Frustration der Bewohner hoch ist.
Die praktische Erkenntnis ist einfach: Wenn Barcelona ein Hauptgrund für die Buchung einer Kreuzfahrt ist, lohnt es sich, darauf zu achten, ob die Kreuzfahrt die Stadt als Heimathafen oder nur als Tagesstopp nutzt, und im Laufe der Saison die Änderungen der Richtlinien auf den einzelnen Linien im Auge zu behalten.